Feederzug und Vorladekonzept
Gut unterwegs auf der ersten Meile

Bahntransporte im Regionalverkehr lassen sich durchaus attraktiv und wirtschaftlich darstellen, wenn Mengen auf der Kostenstruktur von Straßentransporten bewegt werden. Das zeigt Chemion Logistik mit gleich mehreren Konzepten, die sich auf die Bedienung der ersten und letzten Meile konzentrieren. Mit dem Ziel, die Schiene zu einer interessanten Alternative zur Straße zu machen, kombiniert Chemion den regionalen Transport mit zeitintensiven standortnahen Services, die dem Transport vor- oder nachgelagert sind. Und der Logistiker blickt bei der Entwicklung von Logistiklösungen auf den Gesamtprozess mit dem Ziel, ihn anders aufzusetzen und damit effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Das Ergebnis: Überzeugende Bedienungskonzepte für regionale Einzelwagenverkehre, die ein deutliches Plus für den Kunden bedeuten.
Regionaler Shuttle für regelmäßige Verkehre
Chemion setzt das Konzept der operativen Durchführung von Schienentransporten in Ergänzung mit dem Angebot schienennaher Logistikleistungen beispielsweise beim werktäglichen Bahn-Shuttle Service zwischen den CHEMPARK-Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld um. Der regelmäßige Bahnverkehr wird seit 2004 durchgeführt und verbindet die Standorte durch täglich mehrmalige Transporte über die rund achtzig Kilometer lange Strecke standardmäßig miteinander. Nach Ankunft der Teilshuttle in Krefeld, Leverkusen und in Dormagen werden sie aufgelöst und die Einzelwagen entsprechend des Ladeplans punktgenau unter die jeweilige Abfüllstelle und an die Ladestellen der Endkunden rangiert. Nach der Verladung erfolgt die Verwiegung der Einzelwagen, die in Rangiereinheiten zur Werksgrenze befördert werden. Hier wird der Warenausgang gemäß gefahrgutrechtlicher Vorschriften kontrolliert und erhält seine Begleitpapiere. Der Shuttle bietet allen Unternehmen an den Standorten die Möglichkeit, regelmäßige Transporte über die Schiene abzuwickeln, standortnahe Logistikleistungen mit diesen Transporten zu verknüpfen und so den Koordinationsaufwand für diese Leistungen zu reduzieren.
Bahnnetzgefüge für wirtschaftlichen Schienenverkehr
Um für Kunden weitere Synergien beim Standort-Shuttle zu ermöglichen, hat Chemion ein Regionalkonzept entwickelt, in das auch andere Kunden außerhalb der Standorte eingebunden werden können: Die drei Standorte sind auf diese Weise in einem Bahn-Netzgefüge verbunden, das Chemion mit anderen Partner-EVU geknüpft hat. Daher können über den Shuttle hinaus auch vor- oder nachgelagerte Transporte mit demselben Equipment durchgeführt werden. So wird beispielsweise eine direkte Verbindung mit mehreren Stationen im Rheinland, im Ruhrgebiet sowie im Sauerland hergestellt. Insgesamt bedient Chemion per Einzelwagen 28 Destinationen, die sich über einen Radius von rund 200 Kilometern erstrecken. An den jeweiligen Stationen ist es möglich, weitere Waggons in den Zug zu integrieren oder einzelne Wagen aus ihm herauszulösen, um sie im Streckengeschäft von dort aus weiter zu transportieren. Unter Einbindung der Container-Terminals an den Standorten Leverkusen und Dormagen kann Chemion für Spediteure den Vorlauf zum Terminal Köln-Eifeltor über die Schiene abwickeln: Aus den Depots werden leere Tankcontainer zur Ladestelle gebracht, beladen und expeditionell abgewickelt. Die vollen Container werden dann über die Terminals auf Tragwagen umgeschlagen und zum Kölner Containerbahnhof befördert, von wo aus sie weiter auf die Langstrecke gehen. Das gleiche Prinzip lässt sich auch für Transporte zu den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) umsetzen, diese Transporte lassen sich durch den Chemion-Shuttle nach Duisburg bedienen. Sowohl beim Standortshuttle als auch beim Feederzug-Konzept profitiert der Auftraggeber von der hohen Zuverlässigkeit der Schiene: Nach Bestätigung der Zeittrasse kann sich der Kunde auf die zugesagte Lieferung verlassen und entsprechend planen. Und auch für Stückguttransporte in kleinem Umfang hat Chemion eine Lösung über die Schiene entwickelt: Sofern Unternehmen über Anschlussgleise verfügen, kann die Stückgutverladung in Waggons erfolgen und so weitere Mengen von der Straße auf die Schiene verlagern.
Gesamtprozesse am Standort optimieren
In Ergänzung zum Feederzug bietet Chemion Spediteuren an, für sie die zeitintensiven Aufgaben zu übernehmen, die bei der Be- und Entladung am Standort anfallen. Denn es sind gerade diese Leistungen auf den letzten Metern bis zur Ladestelle eines Unternehmens, die für die Speditionen innerhalb des Gesamtprozesses Transport mit hohem Zeit- und Ressourcenaufwand verbunden sind. Bisher benötigen Spediteure für die Beladung ihres Lkw circa drei Stunden, in denen die vorgeschriebenen Gütertransportkontrollen und expeditionellen Abwicklungen am Werkseingang und die Beladung des Lkw an der Ladestelle des Kunden stattfindet. Kommt es bei der Prüfung der Zutrittsberechtigung der Fahrer am Werkseigang zu Wartezeiten oder vor den Ladestellen zu Staus, dann verlängert sich der werksinterne Prozess entsprechend. Wird der eigentliche Transport jedoch von der Beladung entkoppelt, dann können Verzögerungen vermieden und die Durchlaufzeiten für den Transport-Dienstleister reduziert werden. Das Konzept Chemions zur Optimierung der Verladung setzt daher am Ende des Streckentransports an der Werksgrenze auf dem Autohof an: Hier kann der Dienstleister die Ladeeinheit vom Spediteur übernehmen, für ihn die Beladung inklusive der Expedition durchführen und die Ladeeinheit dann wieder zum Transport am Autohof an den Spediteur übergeben. Auf diese Weise können die Ladestellen rund um die Uhr genutzt und die Zeitfenster gestreckt werden, so dass sich Verzögerungen und Staus bei der Beladung vermeiden lassen. Da weder Fahrer noch Lkw während der Beladung am Standort warten müssen, kann sie der Spediteur anderweitig disponieren. In der Konsequenz führt die Koordination der Ladeprozesse vieler Unternehmen und Spediteure durch einen Dienstleister dazu, dass der Prozess der Beladung verstetigt und die Zahl der Transporte auf dem Werksgelände reduziert wird.
